Materialkunde

Du fragst dich wo der Unterschied zwischen Material- und Stoffkunde liegt? Bei der Stoffkunde geht es darum, zu welchem Stoff die Faser gewebt, gewirkt oder gestrickt wird und welche Eigenschaften diese Stoffart mit sich bringt (z.B. Elastizität, Glanz, Transparenz usw.)

Hier lernst du etwas über Stoffkunde!

Beim Material geht es darum, woraus eine Faser hergestellt wird (z.B. aus Baumwolle oder Erdöl).

Hier geht es um das Material ↓

Bildquelle: Canva (Pho Tomass @pexels)

Im Folgenden findest du eine Übersicht über verschiedene Fasern inklusive ihrer Herkunft, Eigenschaften und Einsatzgebiete.

Baumwollpflanzen an einem Sommertag beim blauem Himmel. Baumwolle ist reif für die Ernte

Bildquelle: Canva (@kamchatka)

Baumwolle

Die Baumwollpflanze ist ein Malvengewächs und trägt die auf dem Foto sichtbaren Früchte, deren Samenfasern den Rohstoff liefern.

Kategorie: Natürliche Faser (vegan 🌱)

Eigenschaften: Hautfreundlich, saugfähig, atmungsaktiv, strapazierfähig

Stoffe: Canvas, Cord, Denim, Flanell, Frottee, Jersey, Musselin, Popeline, Satin, Seersucker, Sweatstoffe

Verwendung: Accessoires, Bekleidung, Bettwäsche, Deko, Geschirrtücher, Handtücher

Eigenschaften und Herstellung von Leinen

Bildquelle: Canva (Pho Tomass @gettyimages)

Leinen

Die Leinenfasern werden aus den Stengeln der Flachspflanzen gewonnen.

Kategorie: Natürliche Faser (vegan 🌱)

Eigenschaften: Antibakteriell, atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend, hypoallergen, kühlend, strapazierfähig

Stoffe: Vollleinen (100% Leinen), Halbleinen (mit Baumwollanteil)

Verwendung: Bekleidung, Bettwäsche, Deko, Geschirrtücher

Das Tierleid hinter der Wollindustrie. Darum ist Wolle nicht vegan

Bildquelle: Canva (huafires @gettyimagespro)

Wolle

Wolle wird meist aus dem Fell von Schafen (z.B. Merino), aber auch Ziegen (z.B Kaschmir & Mohair), Kaninchen (Angora) oder Kamelen (z.B. Alpaka) hergestellt.

Kategorie: Natürliche Faser (NICHT vegan 🚫)

Eigenschaften: antibakteriell, feuchtigkeitsregulierend, Temperaturregulierend, Selbstreinigend (Auslüften reicht oft um Gerüche zu entfernen)

Stoffe: Bouclé, Jersey, Loden, Strickstoffe, Tweed, Wollfilz

Verwendung: Bekleidung, Decken

WEITERE INFOS (Inhaltswarnung Tierleid! Ohne Fotos)

Die dunkle Seite von Wolle

Auch wenn Wolle ein Material mit tollen Eigenschaften ist, sollte eine Unterstützung der Wollindustrie vermieden werden. Wenn du nicht auf Wolle verzichten kannst, schau doch bitte zunächst nach Secondhand Produkten.

Mulesing bei Merinoschafen

Bei diesem Verfahren werden den Lämmern ohne Betäubung große Teile ihrer Haut rund um den After weggeschnitten, um einem Fliegenmadenbefall vorzubeugen. Dieser Eingriff ist für die Tiere selbstverständlich sehr schmerzhaft und grausam. Das erhöhte Parasitenrisiko der Merinoschafe hängt mit der Qualzucht durch den Menschen, zu besonders vielen Hautfalten, zusammen.

Qualzucht

Aber Schafe müssen doch geschoren werden, sonst wird ihnen zu warm!

Tiere in Qualzuchten genetisch so zu manipulieren, dass sie alleine lebensunfähig werden und dann so zu tun, als bräuchten sie uns, halte ich für absolut verwerflich.

Das Urschaf hatte einen natürlichen Fellwechsel und musste daher nicht geschoren werden. Da der Mensch den Hals leider oft nicht voll genug bekommt, wurden Schafe über Jahre hinweg zu einem extremen Fellwuchs hin gezüchtet und der natürliche Fellwechsel ging verloren. Ein Merinoschaf beispielsweise, würde einfach den Hitzetod sterben, oder unter dem Gewicht der Wolle zusammenbrechen, wenn es nicht geschoren wird.

Die Schur ist kein Friseurbesuch

Die Schafscherer werden nicht nach Stunde, sondern nach Menge bezahlt. Daher bleibt in der Industrie keine Zeit für einen rücksichtsvollen Umgang mit den Tieren. Pro Schaf dauert das Scheren etwa 2 Minuten. Schnittwunden sind keine Seltenheit und der Stress für die sensiblen Fluchttiere, die sich ungern von der Herde trennen ist zusätzlich eine starke Belastung.

Alle Wege führen zum Schlachthof

Wenn ein Schaf nicht mehr ausreichend ertrag bringt, wartet kein Gnadenhof sondern die Schlachtbank.

Hinweis

Ich habe mich bewusst dazu entschieden, ehrlich aufzuklären, da mir diese Themen persönlich sehr am Herzen liegen. Du findest zu all diesen Themen viele Videos und auch Bilder im Internet, ob du dir sowas ansehen möchtest solltest du selbst entscheiden. Für das Verständnis sind diese nicht notwendig und ich möchte niemanden damit erschrecken. Ich bin dankbar für jeden Menschen, der mehr über solche Themen lernen möchte und sein Handeln hinterfragt. Ich denke schockierende Inhalte führen bei einigen Menschen aus Selbstschutz (z.B. vor expliziten Videos/Bildern), eher dazu Themen zu meiden. Was ja auch in Teilen verständlich ist.

Herstellung von Seide und das Tierleid dahinter. Deshalb ist Seide nicht vegan

Bildquelle: Canva (Liufuyu @gettyimages)

Seide

Seide wird aus den Kokons der Seidenraupe hergestellt. In den meisten Fällen handelt es sich um die Raupe des Maulbeerspinners.

Kategorie: Natürliche Faser (NICHT vegan 🚫)

Eigenschaften: antibakteriell, feuchtigkeitsregulierend, Temperaturregulierend, knitterarm, trocknet schnell

Stoffe: Chiffon, Crêpe de Chine, Damast, Organza, Satin, Taft

Verwendung: Bekleidung, Bettwäsche

WEITERE INFOS (Inhaltswarnung Tierleid! Ohne Fotos)

Die dunkle Seite von Seide

Damit der lange Spinnfaden nicht beschädigt wird, lässt man die Schmetterlinge nicht schlüpfen, sondern kocht die Tiere lebendig, sodass sie noch im Kokon sterben.

Für ein einziges Gramm Seide müssen ca. 15 Tiere getötet werden.

Herstellung und Eigenschaften von Viskose

Bildquelle: Canva (Ravi Kant @Pexels)

Viskose, Lyocell & Modal

Diese Fasern werden aus Zellulose hergestellt, die mithilfe von chemischen Verfahren aus Holz gewonnen werden. Aus diesem Grund spricht man hier von halbsynthetischen Fasern. Der Zellstoff ist zwar aus einem natürlichen und nachwachsenden Rohstoff, dieser kann aber nur mit Hilfe chemischer Verfahren zu einer Faser verarbeitet werden.

Lyocell ist die nachhaltigste dieser Fasern, da ungiftige Lösungsmittel eingesetzt werden und der Herstellungsprozess ein geschlossener Kreislauf ist, indem etwa 99% des verwendeten Lösungsmittels und Wassers zurückgewonnen und wiederverwendet werden. Ein niedrigerer Wasserverbrauch und nachhaltigere Forstwirtschaft kommen der Umweltfreundlichkeit ebenso zu gute.

Kategorie: Halbsynthetische Faser (vegan 🌱)

Eigenschaften: atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend, hautfreundlich

Stoffe: Batist, Crêpe, Jacquard, Jersey, Popeline, Samt, Satin, Voile

Verwendung: Bekleidung, Bettwäsche, Vorhänge

Eine Hand greift in Erdöl und hält eine kleine Menge davon in der Handkuhle

Bildquelle: Canva (okugawa @gettyimages)

Synthetische Chemiefasern

Diese Fasern werden in den meisten Fällen aus Erdöl hergestellt. Zu den bekanntesten Fasern gehören:

Elasthan, Polyacryl, Polyamid(Nylon), Polyester und Polypropylen.

Diese Fasern sind sehr umweltschädlich in der Herstellung und auch im Gebrauch, da sie bei jeder Wäsche Mikroplastik ins Wasser abgeben. Da das Material besonders billig ist, kommt es in der Bekleidungsindustrie viel zum Einsatz. Das Mikroplastik landet auf kurz oder lang auch auf unseren Tellern und eine Aufnahme von Chemikalien über die Haut, teils sogar mit hormonverändernder Wirkung, wurde auch schon festgestellt. Daher würde ich dringend davon abraten, häufig solche Fasern zu tragen.

Kategorie: Synthetische Chemiefasern (vegan 🌱, aber sehr Umweltschädlich)

Eigenschaften: Formstabil, knitterfrei, pflegeleicht, schnelltrocknend, strapazierfähig

Verwendung: Sport- und Outdoorbekleidung